Hallo und willkommen zu meinem allerersten Blog-Eintrag! Ich habe das Options-Tagebuch ins Leben gerufen, um meine Reise im Optionshandel transparent zu dokumentieren. Mein Ziel ist es nicht, der nächste Trading-Guru zu werden, sondern zu zeigen, dass man mit einer klaren Strategie und datenbasierter Analyse ein stetiges Nebeneinkommen aufbauen kann – und das mit einem überschaubaren Startkapital.
Zuerst habe ich mir ein eigenes Unterkonto bei meinem Broker für dieses Experiment eröffnet. Ich selbst nutze Interactive Brokers und kann sie uneingeschränkt empfehlen. Wer allerdings lieber einen in Deutschland ansässigen Broker mit deutschem Support nutzen möchte, dem kann ich LYNX empfehlen. LYNX benutzt im Hintergrund die Technik von Interactive Brokers. So auch die Trader Workstation (TWS), über die ich handel.
Nach der Eröffnung habe ich 500 € Startkapital einbezahlt. Warum ich ein neues Konto mache und warum gerade 500 €, werde ich in einem separaten Artikel ausführlich erklären. Aber jetzt wollen wir erstmal loslegen!
Portfolio-Update

Kontostand Start der Woche: 0,00 €
Einzahlung: 500,00 €
Realisierter Gewinn/Verlust diese Woche: –
Anzahl offener Positionen: 0
Kontostand Ende der Woche: 500,00 €
Neue Trades dieser Woche
Ich habe für mich ein paar „Underlyings“ gefunden, also Aktien und ETFs, die ich für den Handel interessant finde. Nach Durchsicht habe ich die folgenden, interessanten Setups gefunden:
Analysen
SPY – Der S&P 500 ETF

Der SPY ETF ist einfach nur eine Abbildung des S&P500. Der Vorteil ist, dass der auch bei Day-Tradern sehr beliebt ist. Wir haben also viel Volumen und damit keine Probleme in Trades einzusteigen, oder auch wieder herauszukommen. Außerdem bewegt sich der S&P500 als Index nicht wie eine Einzelaktie. Dass er von heute auf morgen 20 % fällt, ist eher unwahrscheinlich. Das macht ihn zu einem attraktiven Partner für unsere Strategie.
Hier in dem Screenshot siehst du, was ich gewählt habe:
Verfallsdatum: 19.09.2025
Restlaufzeit: 32 Tage
PUT Option verkauft: 625
PUT Option gekauft: 624
Erfolgswahrscheinlichkeit: 80 %
Return on Risk: 14 / 86 = 0,163 (~16 %)
Return on Margin: 14 / 71 = 0,197 (~19 %)

Trade-Check:
✅ Über dem 21 MA
✅ An einer Unterstützung
✅ In einem Aufwärtstrend
✅ Break Even deutlich unterhalb des ATR
QQQ – Der NASDAQ

Der QQQ ETF ist eine Abbildung vom NASDAQ Index. Also nicht der breite Markt, sondern der Fokus auf Technologie-Aktien. Auch der ist bei Day-Tradern sehr beliebt. Wir haben also wieder viel Volumen und damit weniger Probleme. Auch handelt es sich wieder um einen ETF auf einen Index, das Risiko von spontanen Extrem-Verlusten ist also auch hier wieder gering. Wie man in der jüngeren Vergangenheit sehen konnte (April 2025), ist das aber natürlich nicht ausgeschlossen!
Verfallsdatum: 19.09.2025
Restlaufzeit: 32 Tage
PUT Option verkauft: 558
PUT Option gekauft: 557
Erfolgswahrscheinlichkeit: 80 %
Return on Risk: 15 / 85 = 0,176 % (~17 %)
Return on Margin: 15 / 72 =0,208 % (~20 %)

Trade-Check:
✅ Über dem 21 MA
✅ An einer Unterstützung
✅ In einem Aufwärtstrend
✅ Break Even deutlich unterhalb des ATR
GLD – Gold ETF

Gold zählt als „Sicherer Hafen“. Wenn also Probleme in der Welt auftauchen, Wirtschaft schwächelt, Kriege entstehen, dann ist das gut für Gold. Es verhält sich natürlich nicht immer so, aber ich sehe Gold auch als etwas Absicherung. Geht der Aktienmarkt runter, geht Gold oft hoch.
Verfallsdatum: 19.09.2025
Restlaufzeit: 32 Tage
PUT Option verkauft: 297
PUT Option gekauft: 296
Erfolgswahrscheinlichkeit: 81 %
Return on Risk: 15 / 85 = 0,176 % (~17 %)
Return on Margin: 15 / 72 =0,208 % (~20 %)

Trade-Check:
✅ Über dem 21 MA
✅ An einer Unterstützung
❌ In einem Aufwärtstrend
✅ Break-even deutlich unterhalb des ATR
Neue Trades
Gold
Gold hat mit einer Erfolgswahrscheinlichkeit von 81 % und 17 % Return auf das Risiko schonmal ganz gute Zahlen. Außerdem ist es seit längerem (ca. Mitte April / Anfang Mai) in einer Konsolidierung und hält die Unterstützung recht gut.
Negativ ist, dass der Trend erstmal gebrochen ist.
Aber unser Break-even ist unterhalb der Unterstützung und unterhalb des ATR.
Aktuell gibt es viele Probleme in der Welt. Die US-Wirtschaft schwächelt leicht, während die ersten Zahlen darauf hindeuten, dass die Inflation doch hartnäckiger ist. Präsident Trump ist wenig berechenbar. Die EU weiß nicht recht, wie sie mit der aktuellen Situation umgehen soll. Was aus den Verhandlungen zwischen Trump und Putin herauskommt, ist auch noch unklar. Und dazu geht der Konflikt im Gaza-Streifen weiter. Alles keine erfreulichen Nachrichten und alles sorgt für Unsicherheit.
Ich gehe also nicht davon aus, dass Gold stark fällt. Es wird vielleicht auch keinen großen Sprung machen und erstmal in der Konsolidierung bleiben, aber das ist für unsere Strategie ja auch in Ordnung.
Mit 1 Kontrakt riskiere ich ca. 17 % vom Portfolio.
SPY
Der NASDAQ und der S&P500 laufen relativ eng zusammen. Das liegt daran, dass die großen Titel aus dem NASDAQ (Apple, Amazon, Meta, Nvidia, Microsoft, etc.) alle auch eine große Gewichtung im S&P500 haben. Allerdings hat der S&P500 auch noch weitere, defensivere Titel mit dabei. Das führt dazu, dass sich die Beiden zwar generell in die gleiche Richtung bewegen, der S&P500 aber etwas weniger schwankt und ruhiger ist.
Generell sehe zwar Risiken im Markt (siehe Gold), aber ich sehe auch keinen großen Crash vor der Tür stehen. Aktien haben, obwohl sie schon weit gelaufen sind, durchaus noch Potenzial. Vielleicht gibt es mit einer Konsolidierung eine kleine Verschnaufpause, aber große Rücksetzer erwarte ich aktuell nicht.
Mit dem Trade habe ich eine Erfolgswahrscheinlichkeit von 80 % und bekomme 16 % auf mein Risiko.
Mit 1 Kontrakt riskiere ich ca. 17 % von meinem Portfolio.
Update & Wichtiges Learning: Der unerwartete Stolperstein
Nachdem ich länger recherchiert und meine ersten Trades akribisch geplant hatte, kam die Ernüchterung. Als ich meinen Bull Put Spread auf SPY und GLD in der TWS ausführen wollte, erschien eine Fehlermeldung, die ich so nicht erwartet hatte.

Der Broker akzeptierte den Trade nicht.
Die Meldung besagte, dass ich ein Mindestguthaben von mindestens 2.000 € auf meinem Konto haben muss, um einen sogenannten „uncovered option position“ zu eröffnen. Obwohl mein Bull Put Spread eine Strategie mit definiertem Risiko ist (der maximale Verlust ist klar begrenzt), sieht der Broker den verkauften Put als eine potenziell ungedeckte Position an, für die ein höheres Startkapital notwendig ist.
Das ist eine massive Hürde, die der Realität des Optionshandels mit einem kleinen Konto ins Gesicht blickt. Die vermeintlich einfache 500-€-Strategie ist in der Praxis mit einem professionellen Broker wie LYNX oder Interactive Brokers nicht umsetzbar.
Fazit & Ausblick: Wie es jetzt weitergeht
Mein Learning diese Woche ist also, dass ich meine Strategie offenbar anpassen muss. Ich habe mich schon nach anderen Brokern umgesehen und ein paar Supportanfragen gestellt, aber die ersten Ergebnisse deuten darauf hin, dass die 2.000 €-Grenze bei professionellen Brokern die Regel ist, nicht die Ausnahme.
Die Realität ist also, dass mindestens 2.000 € benötigt werden. Damit wir etwas Puffer für Fehlschläge zu Beginn haben, habe ich mich dazu entschieden 2.500 € zu nehmen. Das ist zwar eine deutlich höhere Summe, aber ein direktes Investment in ein Nebeneinkommen.
Damit verändert sich zwar das Startkapital meines Experiments, aber die Strategie bleibt dieselbe: ein transparenter Ansatz, um ein stetiges Nebeneinkommen zu erzielen.
Die genauen Hintergründe zu den Broker-Anforderungen und warum die gängigen Mythen vom „Traden mit 500 €“ meistens nicht der Realität standhalten, werde ich in meinem nächsten Artikel ausführlich behandeln.
Wie würdest du mit so einer Situation umgehen? Teile deine Gedanken dazu gerne in den Kommentaren!
